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Ob Getriebe– oder Motorschaden – größere Schäden am PKW führen häufig dazu, dass das Fahrzeug durch die TÜV- oder DEKRA-Hauptuntersuchung fällt. Ihr Fahrzeug entspricht der aktuell gültigen Abgasnorm nicht mehr und Sie möchten das Auto nach Polen verkaufen? Auch dann ist es an der Zeit, sich von Ihrem Fahrzeug zu trennen und sich nach etwas Neuem umzuschauen.

In einigen Fällen bietet es sich an, sein Auto ins Ausland zu verkaufen: Hierzulande wertlose Fahrzeuge werden in andere Länder verkauft, wo sie die Chance auf ein zweites Leben bekommen – insbesondere afrikanische Länder wie Guinea oder Nigeria rangieren ganz oben auf der Liste der Staaten, in denen man gut Käufer für augenscheinlich schrottreife Autos findet.

Hier sind vor allem ältere deutsche Dieselfahrzeuge sehr begehrt und finden selbst mit 200.000 Kilometern Laufleistung noch Verwendung als Kleinbus oder Taxi. Für den deutschen Gebrauchtwagenmarkt sind solche Fahrzeuge häufig nicht mehr interessant, da die Reparaturkosten zu hoch wären. In Deutschland profitieren inzwischen einige Autohändler von dem afrikanischen boomenden Markt für alte Gebrauchtwagen und haben sich auf den Ankauf solcher Fahrzeuge spezialisiert.

Doch wie lässt sich ein Auto exportieren? Können Sie als Privatperson Ihr Auto exportieren oder sollten Sie das besser einem Gebrauchtwagenhändler überlassen? Und worauf ist beim Kfz-Verkauf in andere Länder zu achten? Im folgenden Beitrag beantworten wir diese Fragen und klären außerdem darüber auf, ob es sich wirklich lohnt, Ihr Auto ins Ausland zu verkaufen.

 

Wie läuft der Export Ihres Autos ab?

Wenn Sie Ihr Auto exportieren möchten, statt es auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt zu verkaufen, sind einige Dinge zu beachten. Theoretisch können Sie Ihr Auto auch privat ins Ausland verkaufen – in den meisten Fällen jedoch läuft der Verkauf über einen Händler, der über entsprechende Erfahrung verfügt. Folgende Punkte sollten Sie vorab bedenken, um einen reibungslosen Verlauf sicherzustellen und einen möglichst hohen Preis für Ihr Auto zu bekommen. Insbesondere, wenn Sie das Fahrzeug selbst zu seinem neuen Besitzer bringen möchten, sollten Sie als Verkäufer jederzeit über einen guten Wissensstand über die gültigen Ausfuhr- und Zollvorschriften verfügen.

Überführungskennzeichen – ja oder nein?

Während für einen Transport innerhalb Deutschlands lediglich ein sogenanntes Kurzzeitkennzeichen nötig ist, müssen Sie für den Transport ins Ausland (von PKWs, Motorrädern und Anhängern) bei der Kraftfahrzeugzulassungsstelle ein Überführungskennzeichen beantragen. Dieses ist auch unter den Namen Ausfuhr-, Export- und Zollkennzeichen bekannt. Die Mitnahme eines Überführungskennzeichens ist zwar ratsam, aber keine Pflicht, da eine in Deutschland gültige Zulassung auch in den meisten anderen Ländern anerkannt wird.

Als Verkäufer tragen Sie so jedoch ein Risiko – schließlich melden Sie das Fahrzeug nicht selbst ab, sondern verlassen sich darauf, dass der Käufer die Ummeldung vornehmen wird. Dieses Vorgehen zieht häufig Probleme nach sich, etwa wenn der neue Besitzer Geschwindigkeitsüberschreitungen begeht. In diesem Fall würden Sie als Verkäufer die entsprechenden Bußgelder erhalten. Diese müssen Sie zwar letztendlich nicht zahlen, da im Kaufvertrag der Besitzerwechsel ja festgehalten ist – doch Sie investieren Zeit und Energie, dies auch zu beweisen. Die Abmeldung des Autos und das Nutzen eines Überführungskennzeichens – das in der Verantwortung des Käufers liegt – sind also in der Regel sinnvoll.

Melden Sie das untüchtige Fahrzeug also am besten frühestmöglich nach dem Verkauf sowohl bei der Versicherung als auch bei der Zulassungsstelle ab – meist reicht hierfür schon eine Kopie des Kaufvertrages. So sparen Sie sich die KFZ-Steuer und umgehen außerdem die Halterhaftung.

Achtung: Da das Kennzeichen ab dem Zeitpunkt der Abmeldung nicht mehr gültig ist, darf das Auto nun nur noch mit einem Kurzzeitkennzeichen gefahren werden – egal, ob es zum Gebrauchtwagenhändler geht oder ein privater Export vorgesehen ist.

Um das entsprechende Kennzeichen zu beantragen, müssen Sie bei der Kraftfahrzeugzulassungsstelle folgende Dokumente vorlegen:

– Zulassungsbescheinigung Teil 1: Fahrzeugschein
– Zulassungsbescheinigung Teil 2: Fahrzeugbrief
– Abmeldebescheinigung (nur nötig, wenn das Auto vor dem 01.10.2005 abgemeldet wurde)
– Ausfuhr-Versicherungsbestätigung
– TÜV-Prüfbericht
– Kennzeichen
– Personalausweis oder Reisepass des Halters
– das Fahrzeug muss vorgeführt werden; alternativ ist eine höchstens drei Tage alte TÜV-Bestätigung über die Fahrgestellnummer zu erbringen

Für den Fall, dass nicht der Fahrzeughalter selbst, sondern eine vertretende Person das Überführungskennzeichen beantragt, sind eine entsprechende Vollmacht sowie der Personalausweis oder Reisepass (mit Meldebestätigung des Einwohnermeldeamts) des Vertreters sowie des Bevollmächtigten vorzulegen.

Handelt es sich bei dem Verkäufer nicht um eine natürliche Person, sondern um einen Verein, ist ein Auszug aus dem Vereinsregister nötig. Bei einer Firma muss entweder die Gewerbeanmeldung oder ein Auszug aus dem Handelsregister vorgelegt werden. Minderjährige benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung ihrer Eltern.

Gewerbliche Händler haben es etwas einfacher dabei, Autos ins Ausland zu verkaufen. Sie müssen nicht auf das Überführungskennzeichen zurückgreifen, sondern haben eine weitere Option: Sie können für die Überführung verkaufter Fahrzeuge eine rote Nummer bekommen.

Zollformalitäten

Im Falle einer Überführung eines in der EG gekauften Autos, das zum privaten Gebrauch in ein Nicht-EG-Land verkauft wird, sind außerdem folgende Zollformalitäten zu berücksichtigen:

– Zollanmeldung/Ausfuhranmeldung: Bei Fahrzeugen mit einem Wert von bis zu 1.000 Euro ist lediglich eine mündliche Anmeldung nötig, andernfalls muss an der jeweiligen Grenzzollstelle eine Zollanmeldung (Formular 0733) abgegeben werden. Anschließend erhält das Fahrzeug eine Identifikationsnummer.

– Internationaler Zulassungsschein: Dieser ist nur dann nötig, wenn Sie, beispielsweise aus umsatzsteuerlichen Gründen, eine zollamtliche Bestätigung der Ausfuhr Ihres KFZ brauchen. Für die zollamtliche Bestätigung benötigen Sie neben dem Überführungskennzeichen zwingend auch den Kaufvertrag beziehungsweise die Rechnung als Beleg für den Verkauf.

Gut zu wissen: Wenn Sie einen Händler nutzen, um Ihr Auto exportieren zu lassen ,und dieser die Ausfuhr mit einem roten oder einem Kurzzeitkennzeichen bewerkstelligt, entfällt die Möglichkeit, die Ausfuhr für Umsatzsteuerzwecke zollamtlich bestätigen zu lassen.

Gibt es Tipps und Tricks beim Export? Worauf sollte man besonders achten?

Wie Sie sehen, ist es kein Kinderspiel, Ihr Auto ins Ausland zu verkaufen, sondern mit viel Aufwand und vor allem Bürokratie verbunden. Noch schwieriger wird es, wenn Sie auch den Transport des Autos ins Ausland selbst organisieren wollen. Sie müssen sich nicht nur um einen Platz auf einem Schiff für Autotransporte bemühen, sondern auch die Export Kosten aufbringen, die je nach Zielort zwischen 500 und 3.000 Euro betragen können. Die Preise, die die Reedereien veranschlagen, können dabei sehr unterschiedlich ausfallen – Transporte durch Piratengebiete etwa können sehr teuer werden. Zu den Export Kosten zählt darüber hinaus die Zollgebühr für die Einfuhr ins Zielland. Je nach politischer Situation ist diese allein schon recht hoch – oder es fallen sogar noch zusätzliche Schmiergelder an.

Sie denken darüber nach, den Export Ihres Autos privat zu organisieren, um so mehr Gewinn zu erzielen? Überlegen Sie es sich gut, denn Sie werden mit einigen Hindernissen zu kämpfen haben und nehmen nicht wenige Risiken auf sich. Autohändler, die Ihren Wagen gerne ankaufen und an Partner in anderen Ländern liefern, gibt es zudem überall – und dieses Vorgehen erspart Ihnen eine Menge Geld, Zeit und Nerven.

Einige Tipps und Tricks können helfen, Ihren Autoexport über einen Autohändler so entspannt wie möglich zu gestalten:

Selbst wenn es gar kein Export sein soll – vor jedem Autoverkauf sollten Sie den Restwert Ihres Gebrauchtwagens ermitteln lassen. Grundlage für die Restwertbestimmung ist in Deutschland häufig die Schwacke-Liste, oft auch einfach nur Schwacke genannt, die anhand des Fahrzeugtyps, des Baujahrs, der Ausstattung und des Kilometerstandes den ungefähren Restwert gebrauchter Kraftfahrzeuge festlegt. Darüber hinaus nehmen auch die amtlich anerkannten Prüfstellen wie TÜV und DEKRA Fahrzeugbewertungen vor.

In einem zweiten Schritt können Sie sich auf die Suche nach dem richtigen Autohändler machen, der Ihnen Ihren Gebrauchten abnimmt. Die Suche darf ruhig etwas länger dauern, denn der Vergleich verschiedener Angebote beansprucht Zeit und ist wichtig. Dabei haben Sie die Auswahl zwischen Händlern, die Sie vor Ort aufsuchen können, und Online-Angeboten – gerade bei letzteren ist die Nachfrage nach Gebrauchtwagen sehr groß.

Sind Sie sich sicher darüber, welcher Händler es sein soll, geht es schon an die Aushandlung eines angemessenen Verkaufspreises. Kosten für Reparatur, Anzeigen, Lagerung und Gewährleistung beim Verkauf – lassen Sie sich von den Argumenten des Händlers, den Preis zu drücken, nicht in eine Ecke drängen, und bleiben Sie vor allem immer sachlich. Am besten legen Sie vorab eine realistische Preisgrenze fest, die Sie nicht unterschreiten wollen. Wenn Sie sich an diese halten, vermeiden Sie es, sich am Ende über eine geringere Summe zu ärgern.

Bestehen Sie in jedem Fall auf einen schriftlichen Kaufvertrag! Dieser sollte von beiden Parteien unterschrieben werden. Achten Sie außerdem darauf, den Fahrzeugbrief erst auszuhändigen, wenn Sie den vereinbaren Kaufpreis erhalten haben. Erst dann ist der betreffende Händler rechtmäßiger Besitzer Ihres Gebrauchtwagens und kann ihn in die Welt exportieren.

Welche Dienstleister gibt es?


Wer selbst einen Autoexport plant, sollte auf etliche Hindernisse und einen hohen Zeitaufwand gefasst sein. Wenn Sie dagegen einen möglichst reibungslosen Autoexport anstreben, bieten Ihnen zahlreiche Autohändler eine bequeme Alternative zum privat organisierten Export. Wie aber finden Sie einen seriösen Händler, der Sie nicht zum sofortigen Verkauf drängt? Wir geben dazu einige Tipps.

Die Auswahl an Gebrauchtwagen-Exporteuren ist groß. Sie reicht vom “Kärtchenhändler” – Autohändler, die häufig über gute Kontakte ins Ausland verfügen – über den spezialisierten Export-Autoankauf bis zu großen Händlern, die Gebrauchtwagen in großen Mengen ankaufen und weltweit wieder verkaufen.

 

Häufig ist schon das Verhalten des Händlers beim Verkaufs- beziehungsweise Beratungsgespräch ein gutes Indiz für seine Seriosität und dient Ihnen dazu, sich einen ersten Eindruck zu machen. Ein hohes Angebot, das möglicherweise noch in bar bezahlt werden soll, ohne dass der Händler das Fahrzeug überhaupt inspiziert hat, ist meist ein schlechtes Zeichen. Benimmt sich die betreffende Person bei der Besichtigung außerdem hektisch und scheint nur auf ein schnelles Geschäft aus zu sein, verfestigt dies den Eindruck, dass faire Konditionen nicht gegeben sind. Egal, um welche Art von Händler es sich handelt, Sie sollten immer auch Ihre eigenen Bedingungen erläutern und die Reaktion des Händlers beobachten. Sollte er Ihre Konditionen ignorieren und den Preis unter Ihre persönliche Schmerzgrenze drücken, suchen Sie sich besser einen anderen Händler.

Welche Preise sind im Vergleich zum deutschen Markt zu erwarten?

Wir alle wissen, Autos sind Deutschlands wichtigstes Exportgut. Interessant ist, dass hierbei die Zahl der Gebrauchtwagen, die ins Ausland exportiert werden, bis 2011 immer weiter stieg und seither stabil ist. Sobald die Autos das Zielland erreichen, werden sie von Mittelsmännern zum höchstmöglichem Preis weiter verkauft. Für den Export gebrauchter Autos existiert also ein großer Kreis an Interessenten. Allein diese Tatsache spricht dafür, dass defekte oder alte Fahrzeuge aus Deutschland immer noch gute Verkaufspreise erzielen. Insbesondere mit PKWs von VW, Audi, BMW und Opel hat man meist keine Schwierigkeiten, Abnehmer zu finden.

In welche Länder sich welche Autos gut verkaufen lassen, hängt vor allem vom Restwert der Fahrzeuge ab. Autos, für die noch ein vergleichsweise hoher Preis gezahlt wird – etwa der Audi A4 oder der 3er BMW – landen meist in Deutschlands Nachbarländern oder anderen europäischen Staaten. Ein Export innerhalb der EU ist häufig einfacher zu bewerkstelligen als ein Verkauf nach Übersee. Beispielsweise ist es kein Problem, sein Auto nach Polen zu verkaufen, da deutsche Marken dort sehr beliebt sind. Hauptabnehmer gebrauchter Autos in Europa sind außerdem Italien, Tschechien, Litauen, Rumänien sowie Holland und Frankreich. Ein geringerer Wert des Fahrzeugs bedeutet meist den Export in weiter entfernte Regionen wie osteuropäische oder afrikanische Länder.

Besonders beliebt sind sowohl bei Exporten innerhalb der EU als auch weltweit Mehrzweckfahrzeuge, Fahrzeuge mit starker Motorisierung sowie Autos, die über Extras wie Klimatisierung oder Dachgepäckträger verfügen. Das Vorhandensein solcher Extraleistungen wirkt sich preissteigernd aus.

Der Export Ihres Gebrauchten kann also durchaus lohnend für Sie sein – es gibt aber auch beim Verkauf über einen Autohändler einige Hindernisse und Hürden, derer Sie sich bewusst sein sollten.

Wie hoch Ihre Einnahmen als Privatverkäufer bei einem Autoexport ausfallen, hängt vom Zustand und damit Restwert Ihres Fahrzeugs ab – diesen sollten Sie also unbedingt kennen. Selbst beim Autoexport eines mangelhaften Fahrzeugs sollten Sie also eine Autobewertung bei einem seriösen Anbieter vornehmen lassen, bevor Sie sich in Preisverhandlungen mit einem Händler begeben. Autohändler, die sich auf den Export von Gebrauchtwagen spezialisiert haben, überprüfen Ihr Auto zudem meist kostenlos auf seinen Restwert und beraten Sie zu möglichen Verkaufsoptionen. Holen Sie hierbei aber am besten immer mehrere Zahlen ein!

Das Risiko, unter der großen Zahl an Autohändlern an eine unseriöse Adresse oder einen Betrüger zu geraten, ist leider recht hoch. Und natürlich liegt es immer im Interesse des Händlers, den Preis für Ihr Auto möglichst niedrig zu halten. Viele Autoexporteure kaufen große Mengen an gebrauchten Autos zu Niedrigstpreisen ein und verschiffen sie dann schnellstmöglich über den nächsten Hafen in die Welt. Die Gefahr, dass Sie zu wenig für Ihren Gebrauchten erhalten, ist dementsprechend hoch. Wollen Sie sichergehen, dass Sie bei den Preisverhandlungen nicht übers Ohr gehauen werden, sollten Sie darauf bestehen, dass der exportierende Händler Ihnen seine Preisvorstellungen detailliert erläutert und begründet.

 

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