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Der Autolack unserer Fahrzeuge soll diese nicht nur verschönern: Er hat auch eine wichtige Schutzfunktion. Die Karosserie wird durch ihn vor Feuchtigkeit geschützt, was Korrosionsschäden verhindert. Kratzer im Lack vermindern diesen Schutz deutlich. In so einem Fall müssen wir das Auto lackieren lassen. Da beim Auto lackieren die Kosten eine Rolle spielen, fragt es sich, ob wir unser Auto selber lackieren können.

 

Auto lackieren: Was ist wichtig zu wissen?

Dass das Auto lackieren Kosten verursacht, ist nicht die einzige Überlegung von Fahrzeughaltern zum Thema. Es gibt noch weitere Fragestellungen:

  • Nach dem Auto lackieren in einer neuen Farbe ist ein Eintrag in den Papieren nötig. Die Umlackierung ist dementsprechend der Zulassungsbehörde zu melden.
  • Dass das Auto lackieren Kosten verursacht, liegt nicht nur am Arbeitsaufwand der Werkstatt: Es ist auch eine bestimmte Farbmenge nötig, die auch Halter brauchen, die ihr Auto selber lackieren. Sie liegt bei einer kompletten Neulackierung je nach Fahrzeuggröße zwischen zwei und vier Litern für die Grundierung sowie nochmals vier bis acht Litern für den Farb- und Klarlack. Es können sechs bis 12 Liter an Lack erforderlich sein.
  • Wer sich für die professionelle Arbeit einer Werkstatt entscheidet, muss beim Auto lackieren mit Kosten von 3.000 bis 8.000 Euro rechnen – wiederum abhängig vom Modell und der Fahrzeuggröße.
 

Auto lackieren: Welche Schäden verursachen die Kratzer?

Es gibt drei Hauptschäden, die zu Kratzern im Lack führen:

  • Fahrschäden ohne Unfall: Rollsplitt oder aufgeworfene Steinchen von vorausfahrenden Fahrzeugen
  • Schäden am stehenden Fahrzeug: Parkplatz-, Passanten- oder Radfahrerschäden
  • Unfallschäden: erheblicher Lackschaden nach einem echten Unfall


In jedem dieser Fälle lassen wir das Auto lackieren oder entscheiden uns dafür, das Auto selber zu lackieren. Natürlich ist es so, dass sich nicht jeder Fahrzeughalter an solchen Lackschäden stört. Wer ein privat abbezahltes Auto fährt, sieht den kleineren Schaden manchmal sehr gelassen. Anders sieht es bei Leasingfahrzeugen aus, bei denen die Wertminderung bei der Rückgabe eine große Rolle spielt: Die Leasingnehmer sollten so ein Auto lackieren lassen. Es empfiehlt sich in so einem Fall auch nicht unbedingt, selbst Hand anzulegen: Zwar gibt es sehr geschickte Autofahrer, die tatsächlich mit einem guten Ergebnis ihr Auto selber lackieren, doch ein Leasinggeber könnte die Kosmetik feststellen und nach der Werkstattrechnung fragen. Das komplette Umlackieren eines Leasingfahrzeugs dürfte ohnehin (ohne Zustimmung des Leasinggebers) tabu sein, doch oft geht es um einen Parkplatzschaden, nämlich den klassischen Türrempler. Da beim Autotür lackieren die Kosten sehr gering sind, empfiehlt sich in so einem Fall immer der Werkstattbesuch. Die Werkstatt ermittelt die exakte Farbe. Es gibt nämlich für jede Farbe zahllose RAL-Varianten, die mit Nummern bezeichnet sind. Das wissen viele Laien nicht. Für Blau finden wir beispielsweise 25 Töne zwischen RAL 5000 und RAL 5026 (es fehlen zwischendurch zwei Nummern, nämlich RAL 5006 und RAL 5016). Kurz und gut: Leasingnehmer sollten immer vom Profi das Auto lackieren lassen.

 

Auto lackieren vor dem Verkauf

Wer sein Auto verkaufen möchte und es schon lange gefahren hat, sollte es zuvor schön herrichten. Selbst kleinste Kratzer schmälern deutlich den Verkaufswert. In so einem Fall kann es sich empfehlen, das Auto selber zu lackieren. Das erfordert natürlich einen hohen Arbeitsaufwand, vor allem dann, wenn es sich um etwas größere Beschädigungen handelt. Für die Arbeit sind Schutzhandschuhe und am besten ein Ganzkörperschutzanzug erforderlich. Vorab sind alle Flächen abzudecken, an die kein Fahrzeuglack gelangen soll (Scheinwerfer, Fugen, Stoßstange etc.). So gehen Sie vor, wenn Sie Ihr Auto selber lackieren:

  • Schleifen Sie mit Trockenschleifpapier (Körnung P60 bis P120) die zerkratzte Stelle etwas an, bis Sie die ursprüngliche Grundierung sehen.
  • Mischen Sie Feinspachtelmasse und Härterpaste im angegebenen Verhältnis und tragen Sie diese auf die abgeschliffene Stelle auf. Der Kit muss dann 30 Minuten trocknen.
  • Schleifen Sie den Kit mit Schleifpapier (Körnung P120) glatt.
  • Tragen Sie auf die Fläche zwei Schichten Grundierung auf. Der Füller muss nun 20 Minuten trocknen.
  • Schleifen Sie nochmals die Fläche mit Wasserschleifpapier ab (empfohlen: Körnung P500).
  • Reinigen Sie jetzt die Fläche.
  • Sprühen Sie als Klebeschicht die erste Farblackschicht auf und lassen Sie diese drei Minuten trocknen.
  • Tragen Sie nun deckend die zweite Schicht auf und lassen Sie diese wieder drei Minuten trocknen.
  • Nun folgt die dritte Schicht.


Es müssen nicht immer drei Schichten sein, doch oft empfehlen sie sich. Klarlack folgt abschließend, auch hier empfehlen sich drei Schichten. Es gibt als Alternative für feine Kratzer auch Sprays oder den Lackstift. Letzterer ist auf Standardfarben beschränkt, doch in Sprühdosen gibt es fast das gesamte RAL-Farbspektrum.

 

Wann sollte die Werkstatt das Auto lackieren?

Gröbere Schäden, Leasingfahrzeuge und sehr hochwertige Autos sollte wohl besser die Werkstatt lackieren. Auch wer es sich nicht zutraut, sein Auto selber zu lackieren, wendet sich besser an eine Fachwerkstatt.

 

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